Gott, mein Gott bist du!

Teil 1 der Serie: Empfangen im Geist
Im September habe ich eine Predigt über das «Empfangen im Geist»gehalten. Das Thema liegt mir sehr am Herzen und somit werde ich es in dieser Serie (circa 7 Posts) schriftlich wiedergeben.

Lebst du von Wasser und Brot statt von einem Festmahl?
Oder genauer: Lebt deine Seele von Wasser und Brot statt von einem Festmahl?
Ist deine Seele am Verdursten und verhungern oder ist sie zufrieden und satt?

Die moderne Psychologie (Maslow’sche Bedürfnispyramide) sagt uns: Wenn uns Sicherheit, Zugehörigkeit, Wertschätzung und/oder der Sinn des Lebens fehlen, dann ist die Seele durstig und leidet. Das sind die Bedürfnisse des Menschen – das heisst: die Seele braucht das! Das ist wissenschaftlich belegt. So hat uns Gott geschaffen.

Es ist immer wieder spannend, in der Bibel nachzuschauen, was sich dort zu einem Thema findet. In König Davids Leben gibt es eine Situation, da ist er schon eine Zeit lang König. In 2. Samuel 15 lesen wir, wie sein Sohn Abschalom ihn ganz gemein hintergeht und eine Intrige plant, um an den Königsthron zu kommen. Es kommt so weit, dass ein Bote zu David rennt und ihm meldet: »Ganz Israel ist zu Abschalom übergelaufen.« (2.Sam 15,13). David hat grosse Angst und er und seine Getreuen fliehen in die Wüste.

David und die Leute, für die er verantwortlich ist, werden verfolgt, ihr Leben ist in Gefahr und sie haben grosse Angst. Er hat keine Sicherheit mehr. Sein eigener Sohn hat ihn verraten und hintergangen, sein Volk ist gegen ihn. Seine Zugehörigkeit ist nicht mehr gegeben. Menschen, denen er vertraut hat, haben sich gegen ihn gewendet. Er erlebt keine Wertschätzung mehr. Er ist gesalbt von Gott, König zu sein. Ist er das noch oder wird er es je wieder sein? Auch der Sinn und die Aufgabe seines Lebens sind fraglich.

Seine Bedürfnisse sind plötzlich nicht mehr erfüllt. Er ist wirklich in der Wüste, nicht nur physisch! Er ist verzweifelt und weiss nicht, wie es weitergeht – und jetzt wird’s interessant: was tut er?

Als David in der Wüste ist, sagt er:

Er sucht Gott. David kennt seinen Gott, er hat schon so viel erlebt mit ihm. David lechzt nach dem Wasser, das Gott ihm geben kann. Er weiss, dass er es von Gott bekommen kann und glaubt, dass er es bekommen wird. Das Wasser, das Davids Seele braucht, ist dasselbe, das wir heutzutage brauchen: Weg von Angst und Leere hin zu Sicherheit, Zugehörigkeit, Wertschätzung und einer Aufgabe – und ich würde hinzufügen: Gottes Gegenwart, die uns all das gibt!

David wendet sich Gott zu. Und dann ist gewaltig, was er nur 4 Verse weiter sagt in Vers 6:

Das ist eine 180 Grad Kehrwende! Wie ging denn das?
Ich bin überzeugt, er hat Gott erlebt! Sein Geist hat Gottes Gegenwart erlebt! Das macht den Unterschied! Durch Gottes Gegenwart hat er empfangen, was seine Seele gebraucht hat und noch mehr dazu. Nicht nur Brot und Wasser, sondern ein Festmahl!

Nicht vergessen: Die reelle Situation ist immer noch dieselbe! Er steht physisch immer noch in der Wüste! Doch er weiss wieder, was Gott über ihn sagt und wie Gott seine Situation sieht. Gott ist nicht verzweifelt. Und David glaubt Gott. Mit einer gesättigten Seele ist er verändert, er kann die Angst ablegen und wieder vorwärts gehen. Wir können diese Abfolge bei David in den Psalmen immer wieder beobachten.

Der Vers aus dem Psalm 63,6a heisst in einer anderen Übersetzung: Du machst mich satt und glücklich…

Wie geht es deiner Seele? Stehst du auch in der Wüste? Lebt deine Seele von Wasser und Brot statt von einem Festmahl? Man kann ja von Wasser und Brot leben, aber es ist schon fad – nichts gegen ein Festmahl mit mehreren Gängen, in guter Gesellschaft, mit einem guten Wein – und einem feinen Dessert!

Wir haben den Heiligen Geist, der in uns wohnt und unserer Seele dieses Festmahl bereitet, wenn wir uns ihm zuwenden. Dieses Festmahl verändert uns, auch wir können Angst und Sorgen ablegen und wieder vorwärts gehen!

Aus meiner Erfahrung möchte ich das so sagen:
Wer nicht regelmässig von Gott empfängt, verpasst das Beste im Leben – und lebt von Wasser und Brot statt von einem Festmahl!

Wasser und Brot heisst für mich: Mit eigener Kraft und Willen krampfen und mich allein durchkämpfen. Kräftezehrend und unbefriedigend.
Das Festmahl: Die Gegenwart von Jesus samt seiner bedingungslosen Liebe geniessen, mit seinen Augen sehen, von ihm empfangen und meine gottgegebene Identität leben.
Selbst wenn wir zwischendurch wie in der Wüste stehen, sind wir satt und glücklich, weil Jesus uns liebt, mit uns ist und wir seine Perspektive der Dinge sehen!

Die Gegenwart Gottes erleben wir, wenn wir uns dem Heiligen Geist in uns zuwenden, und so kann er uns satt und glücklich machen! Lasst uns zu Gott gehen, damit es unserer Seele gut geht!

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