Angstfreie Zone
Neulich kam jemand in der Kirche auf mich zu und meinte, eigentlich sollten wir ein grosses Schild vor dem Gebäude haben, auf dem steht: Angstfreie Zone!
Gibt es denn eine solche Zone? Gibt es ein Leben ohne Angst? Ist die Kirche eine angstfreie Zone, in der wir Menschen uns gar nicht gegenseitig verletzen? Oder sind wir Christen generell ohne Angst? Nein, ich glaube nicht.
Ich bin ein ziemlich optimistischer Mensch, aber Angst habe ich definitiv immer wieder. Gott hat uns gemacht als fühlende Menschen. Jedes Gefühl ist erst einmal gut. Ich glaube, es geht nicht darum, keine Angst zu haben, sondern darum, was wir mit dieser Angst machen!
Es gibt einen einzigen Ort, der wirklich eine angstfreie Zone unserer Alltagsängste sein kann: Die in direktem Kontakt mit Jesus (oder mit dem Heiligen Geist oder Gott, dem Vater). Wenn unser Geist sich mit seinem Geist verbindet, können wir ehrlich sein, ihm unsere Angst vor die Füsse legen, loslassen(!), weil wir ihm vertrauen, und dann die Gedanken von Jesus zu dieser Situation empfangen. Und die sind immer, wirklich immer hoffnungsvoll und ermutigend.

Wichtig ist, dass sobald wir die Angst bemerken, gleich mit dieser Angst im Gebet zu Jesus gehen und ganz ehrlich mit ihm sind. Wenn wir dann still sind, wird er mit uns reden – in unseren Gedanken, Vorstellungskraft, mit Bildern, Wissen, Ideen…
Bei Jesus wird der falsche Gedanke, der die Angst auslöst, verändert. In vielen Situationen hilft mir Jesus sofort, weil ich geübt habe, ihn zu hören und versuche, ihm immer nah zu sein. Doch es gibt tiefsitzende Dinge, wo es mein Geist allein es aus verschiedenen Gründen nicht schafft, direkt zu Gottes Geist zu kommen. In solchen Fällen nehme ich ein SOZO in Anspruch (das ist eine Möglichkeit, es gibt noch viele andere). Dort helfen mir andere Menschen genau mit demselben Prozess und ich muss ihn nicht alleine machen.
Doch nichts ist Jesus unmöglich! Bei Jesus gibt es keine hoffnungslosen Fälle. Es gibt nichts, bei dem Jesus sagt: Tut mir leid, da kann ich nichts machen, das ist hoffnungslos! Nein!
Wenn wir hoffnungslos sind, haben wir falsche Gedanken! Sie sind nicht wahr, stimmen nicht mit dem überein, was die Bibel sagt. Es ist wichtig, dass wir falsche Denkmuster und Glaubenssätze erkennen und erneuern!
Vor einiger Zeit habe ich festgestellt, dass ich Angst habe, spontan zu sein, weil ich dann vielleicht komische, peinliche oder sogar verletzende Sachen sage. Das kann zwar jedem mal passieren. Doch meine Angst ist: Mein Herz ist schlecht, weil da so Sachen herauskommen. Stimmt das? Nein! Ich habe mein Inneres in Ketten gelegt, damit es sich nicht zeigt, weil andere Menschen gefunden haben, es sei nicht schön. Das ist eine Angst, die ich aus der Kindheit habe. Der Verstand weiss, dass es nicht wahr ist, aber die Angst ist trotzdem da.
Damit bin ich im Geist zu Jesus gegangen. Ich habe es ehrlich ausgesprochen, ihm gezeigt, wie es in meinen Gedanken aussieht. Er hat mich mit offenen Armen empfangen, mich liebevoll angeschaut und mir gesagt: „Ich liebe dein Herz und was darin ist! Ich möchte, dass es sich zeigt, es ist ein Geschenk für die Welt!“
Wow, das hat mich berührt! Das waren Worte, die mein Denken sofort verändert haben! Jetzt soll es sich durch Übung noch festigen.
Ich danke dir dafür, dass ich erstaunlich und wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt das wohl! Psalm 139,14
Auch wenn Jesus nicht bei allen Ängsten so prägnant in dein Leben spricht: Deine Gedanken werden dich entweder in die Hoffnung führen oder aber in Angst und Hoffnungslosigkeit. Du kannst dich willentlich entscheiden, den Weg der Hoffnung zu nehmen. Und dann den Prozess auf dich nehmen, das zu üben.
Auch für Angst, die Menschen um uns herum betrifft, die uns verletzen, ablehnen oder uns sonst Angst machen: Wir dürfen im Geist zu Jesus gehen, ihm zuerst vertrauensvoll unsere Angst abgeben und ihn dann fragen, was wir über die Situation wissen sollen und was wir tun sollen. Er hat immer eine Lösung, für ihn ist nichts unmöglich!
Doch gerade dann, wenn ich Angst habe, will ich mich dir anvertrauen. Psalm 56,4
Du kannst auch folgende Verse anschauen und darüber nachdenken: Jesaja 41,10; Psalm 121,2; Johannes 16,33; Sprüche 23,18; Römer 8,28a; Jesaja 35,4.
Lass dich ermutigen durch Gottes Wort in der Bibel oder aber im Gebet, im Zusammensein mit Jesus, dem lebendigen Wort. Dort ist die angstfreie Zone.

